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Inklusion so nebenbei: „Estelle“ – Musiktheater vor 1000 Zuhörer_innen

18 November 2014
Leichtes Format

„Estelle – Aus dem Leben eines Superstars“ ist ein gigantisches Musical, das bisher leider nur einmal im Wiener Ronacher aufgeführt wurde – als Benefizveranstaltung zugunsten von Licht ins Dunkel.
Mehr als 1000 Menschen im fast übergehenden Musicalhaus in der Wiener Innenstadt wollten nicht und nicht mit ihren Begeisterungsstürmen aufhören. Hätten die Darstellerinnen und Darsteller, Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker sowie die Tänzer und Tänzerinnen es geschafft, hätten sie wahrscheinlich ein Dutzend Zugaben geben können.
Musikalische Vielfalt
Das Stück weist eine viel größere musikalische Bandbreite auf als die übliche Musicals. Es überzeugt musikalisch mit sanften balladenartigen Liedern genauso wie mit hitartigen Schlagern und wilden Rock-Songs mit Metal-Einschlag. „Estelle“ erzählt aber auch kritisch die Geschichte, wie Stars im Showbuisness gemacht und auch niedergemacht werden können.

Inklusion, ganz selbstverständlich
Nicht zuletzt ist „Estelle“ ein gelungenes Integrations-, ja Inklusionsprojekt. Einige der Profis auf, hinter und rund um die Bühne sowie viele der Amateurinnen und Amateure wurden im Laufe des Entstehungs- und Probenprozesses zu einem Team zusammengeschweißt. Außerdem sind einige Sängerinnen und Sänger sowie der Ko-Autor und der Komponist blind, ohne dass dies je ein Kriterium fürs Mitmachen gewesen wäre.

star-t
Florian Angerer, der viele der Kompositionen und Songtexte beisteuerte, studiert als erster Blinder an der Musikuni Wien Gesang und Klavier. Zu Ko-Autor und „Estelle“-Produzent Helmut Karmann, der Lehrer in der Neulandschule Favoriten ist, kamen Angerer und einige damalige Mitschülerinnen und -schüler aus dem Bundes-Blindenerziehungsinstitut BBI über star-t.
Karmann hatte den Talentförderungsbewerb star.t ins Leben gerufen. Abseits vom Casting-Zirkus ging es darum, Auftrittsmöglichkeiten zu schaffen und Talente gezielt zu fördern, zum Beispiel mit Sprachreisen beziehungsweise Coachings. Dabei waren neben heute bekannteren Teilnehmerinnen wie Natália Kelly, die Österreich beim Eurovision Songcontest vertrat, oder Daria Kinzer, die für Kroatien antrat, viele andere aufgefallen, unter anderem auch „Flo“ Angerer und Marion Kaindl.

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