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Ausstellung: Verstehen, wie gehörlose Menschen leben

23 Juli 2018
Leichtes Format

In Wien können Menschen bei der Ausstellung „Hands Up“ erleben, wie gehörlose Menschen ihr Umfeld wahrnehmen. Dadurch will man mehr Wissen vermitteln und für besseres Verständnis sorgen.

Im 1. Bezirk in Wien
findet die Ausstellung „Hands Up“ statt.
Bei dieser kann man erleben,
wie gehörlose Menschen ihre Umgebung wahrnehmen.
Man bekommt bei der Ausstellung große Kopfhörer,
die dafür sorgen, dass man nichts mehr hört.
Gehörlosigkeit ist immer noch ein Thema,
über das in der Gesellschaft nur sehr selten
offen gesprochen wird.

Die Ausstellung soll helfen,
dass offener über das Thema gesprochen wird.
Außerdem sollen die Menschen
mehr über gehörlose Menschen wissen und
sie besser verstehen.
Weil viele Menschen wenig darüber wissen,
werden gehörlose Menschen oft nicht miteinbezogen.

Alicia stampft 2 Mal fest mit ihrem Fuß am Boden auf,
um sich bemerkbar zu machen.
Sie will die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich lenken,
die begeistert auf einen Bildschirm blicken.
Wegen der spürbaren Vibration am Boden,
drehen sie sich um und in die Richtung der Museumsführerin.
Das Stampfen ist nicht böse gemeint,
sondern Teil der täglichen Verständigung
gehörloser Menschen.

Was ist Gebärdensprache?
Gleich am Anfang der Ausstellung wird
Gebärdensprache erklärt.
Gebärdensprache ist eine Art, sich mit
Handbewegungen zu verständigen.
Dabei spielen viele Dinge wie Körperhaltung,
Gesichtszüge und vieles mehr eine Rolle.

In verschiedenen Räumen von der Ausstellung
findet man Informationen zum Thema Gehörlosigkeit.
Zum Beispiel wird erklärt,
was Gebärdensprache ist und wie diese aussieht.

Auf einer Vibrations-Platte aus Holz
können die Menschen bei der Ausstellung Musik spüren.
Selbst wenn Gehörlose ihr Leben
durch entsprechende Hilfsmittel gut meistern können,
gibt es Bereiche, wo ihre Bedürfnisse nicht
berücksichtigt werden.
Wie bei Lautsprecher-Durchsagen in
öffentlichen Verkehrsmitteln,
bei Amtsbesuchen oder beim Fernsehen.

Nicht schlimm
Helene Jarmer ist Präsidentin
vom österreichischen Gehörlosenbund und
selbst gehörlos.
Sie sagt, dass es nicht schlimm ist, gehörlos zu sein
und dass gehörlose Menschen alles können, außer hören.

Veranstaltet wird die Ausstellung „Hands Up“
von der österreichischen Bildungseinrichtung Equalizent.
Equalizent ist das größte Kompetenzzentrum
für gehörlose Menschen in Europa.
Monika Haider ist Geschäftsführerin von Equalizent.
Sie will zeigen, wie es ist, gehörlos zu sein und
Besucherinnen und Besucher über den Umgang
mit gehörlosen Menschen aufklären.
Vorurteile sollen abgebaut werden. Man will,
dass die Menschen anders über gehörlose
Menschen denken.

Eine halbe Million hört schwer
Einige Fakten über Gehörlosigkeit
10.000 Menschen sind in Österreich gehörlos,
456.000 sind schwerhörig
und können sich nicht nur über das Gehör verständigen.
100 Dolmetscher arbeiten in Wien als Übersetzer.
Gehörlose verständigen sich mit der
Österreichischen Gebärdensprache.
Diese ist seit 2005 als eigenständige Sprache
in der Verfassung festgelegt.
Gebärden sind nicht überall auf der Welt gleich.
Es gibt 200 verschiedene Formen davon, Dialekte
und je nach sozialer Gruppe unterschiedliche Formen.

Mehr Informationen zu der Ausstellung finden Sie hier:
https://www.handsup.wien>

Aus: https://kurier.at/einfache-sprache

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